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Bienenschutz

Wildbienen schützen – Bestäubung sichern

Die Honigbiene aber auch fast alle anderen heimischen Wildbienen, Hummeln oder Schmetterlinge leisten einen unschätzbaren Dienst zur Erhaltung unserer schönen Landschaft. Der Schutz von Honig- und Wildbiene und damit der Schutz der vielseitigen Lebensräume ist eines unserer Hauptanliegen.

Die Bundesrepublik Deutschland könnte sich stolz die Heimat von rund 560 Bienenarten nennen. Doch von den 561 in Deutschland nachgewiesenen Bienenarten sind bereits 39 ausgerottet, und 52% befinden sich in den Gefährdungskategorien der Roten Liste und gelten als vom Aussterben bedroht, stark gefährdet oder gefährdet. Fachleute schätzen die Situation jedoch auch für die übrigen Arten als bedroht ein (www.wildbienen.de). Vor allem der in den letzten Jahrzehnten rasante Verlust an Lebensräumen speziell für Wildbienen, Schmetterlinge und Insekten allgemein durch Gifteinsatz im Gartenbau und - großflächig - in der Landwirtschaft oder durch Flächenverbrauch (Verkehr, Gewerbegebiete, Siedlungen) sind für den bedrohlichen Artenverlust verantwortlich.

Biologie und Ökologie der Biene

Die Insektenkundler teilen die Bienen entsprechend ihrer Lebensweise in drei Gruppen ein:

  1. Solitäre Bienen, d. h. also einzeln lebende Bienen
  2. Soziale, d. h. also stattenbildende Bienen (Honigbiene)
  3. Schmarozende Bienen, d. h. die bei Arten der Gruppen 1 und 2 kuckucksähnlich brutparasitierend leben.

Die überwiegende Zahl der bekannten Bienenarten gehört zu den einzelnen - solitär - lebenden Bienen. Dies ist stammesgeschichtlich die älteste Gruppe. Diese Bienen brüten in Mauerritzen, morschem Holz, hohlen Pflanzenstengeln usw. Ja sogar in Schneckenhäusern werden die Eier  abgelegt. Mauerbienen bauen kunstvolle Eingangsröhren zu ihren Brutnestern und die Blattschneiderbienen polstern die Brutröhre mit Blättern bestimmter Pflanzenarten kunstvoll aus.

Bienen sind durch ihren Körperbau besonders geeignet, Blüten aufzusuchen, diese zu bestäuben, Nektar und Pollen zu sammeln. Durch die Besonderheit des Körberbaus, der je nach Bienenart variiert, ergibt sich auch eine starke Spezialisierung der jeweiligen Bienenart bezüglich ihrer Nahrungsquelle.

Die Löcherbienen (Heriades truncorum) hat sich auf Korbblütler spezialisiert, die Scherenbiene (Chelostoma fuliginosium) auf Glockenblumenarten und die Mauerbiene (Osmia adunca) auf den Natternkopf.
Aber auch die Pflanzen haben sich auf ihre Bestäuber eingestellt, indem sie ihre Blüten so geformt haben, daß sie nur von bestimmten Insektenarten aufgesucht und bestäubt werden können.
Diese enge Beziehung zwischen Bienen und Pflanzen machen beide Elemente der Ökosysteme extrem empfindlich gegenüber dem Ausfall ihres Partners. Bei hohem Spezialisierungsgrund  wirkt sich also die Vernichtung der Nahrungspflanze für die Bienen so katatrophal aus, daß es zum Zusammenbruch der Bienenlebensgemeinschaften kommen kann.

Wie können Sie - persönlich - zum Schutz der Bienen beitragen ?

  • Der Verzicht auf Pestizide hilft auf jedem Fall.
  • Sinnvolle Abfolge von frühjahrsblühenden Pflanzen mit Sommerblumen und Herbstblühern schafft einen gedeckten Tisch für die Bienen im eigenen Garten.
  • Schauen Sie nach im Bienenweidekatalog (Verbesserung der Bienenweide und des Artenreichtums) herausgegeben vom Baden-Württembergischen Landwirtschaftsministeriums.
  • Wohnungen für Wildbienen: Dies sind u. a. alte Hölzer mit aufgebohrten Löchern und Bambusstecken, in diesen legen die Wildbienen ihre Eier ab und das Loch wird dann verschlossen (sieht man am gelblichen Verschlusspropfen). Diese Nistmöglichkeiten lassen sich überall mit sehr einfachen Mitteln herstellen oder verbessern:

    a) Bambusrohre mit einem Innendurchmeser von 3 bis 10 mm und einer Länge von 10 bis 20 cm lassen sich gebündelt überall aufhängen. Als Füllung einer Konservendose ergibt sich hieraus eine Nisthilfe, die auf Bretter genagelt an sonnigen Hauswänden angebracht werden.

    b) Lochziegel lassen sich ebenfalls mit ausgehöhlten Holunderstengeln ausstatten. Solche Ziegel sind ebenfalls auf Balkonen und Terrassen, aber auch integriert im Mauerwerk anwendbar.

    c) Alte abgestorbene Baumstämme können mittels einer Bohrmaschine mit Löchern in unterschiedlichen Durchmessern (3 bis 10 mm) versehen werden. Die Bohrlöcher sollten eine Tiefe von 5 bis 10 cm haben. Auch Hartholz oder Betonsteine lassen sich auf diese Weise bearbeiten und zu Nisthilfen umfunktionieren.

    Achtung:
    Gasbeton und Bimsstein nehmen viel Feuchtigkeit auf und eignen sich daher nicht als Nisthilfe. Sandige, wenig bewachsene und besonnte Hügel sind für bodenbrütende Bienen eine sehr wichtige Nisthilfe.

    Quelle: BUNDfakten, 2. Auflage, September 1993, Bestellnummer: 06021


Möchten Sie selber etwas zum Schutz von Biene, Hummel und Co unternehmen finden Sie hier vielseitige Infos über
Insektenschutz:  www.bund-naturschutz-ebern.de/html/insekten.html
Bienenschutz:  www.bund-naturschutz-ebern.de/html/bienen.html
und eine de­tail­lierte Bauanleitung für ein   Insektenhotel
oder schauen Sie bei uns unter  Mitmachen vorbei.

Autor: Lüers (04/2018); Bildquellen: falls nicht anders angegeben - BN Kreisgruppe Bayreuth