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Pädagogisches Umweltprojekt „Streuobstwiese“ der BN OG Speichersdorf

Streuobstwiesen gehören zum Landschaftsbild in Oberfranken. Die hochstämmigen Bäume, die "verstreut" in der Landschaft stehen, tragen unterschiedliches Obst, wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen oder Walnüsse. Solche Obstwiesen wurden früher zudem als Weideland genutzt. Heute gehören Obstwiesen zu den arten- und strukturreichsten Kulturbiotopen unserer Heimat (Insekten, Vögel, Kleintiere, Blumenvielfalt etc.). Für Kinder bieten sie deshalb die ideale Umgebung, um sowohl natürliche Zusammenhänge sowie die zur Erhaltung erforderlichen Kulturmaßnahmen zu entdecken und zu erlernen.


Die Ortsgruppe Speichersdorf im Bund Naturschutz in Bayern e.V. hatte deshalb am letzten Samstag im April wieder alle Kinder ab 8 Jahren auf ihre Streuobstwiese eingeladen, um mit ihnen diesen Lebensraum zu ergründen und die vielfältigsten Pflegearbeiten durchzuführen. Und sie kamen mit Fahrrad und zu Fuß auf die BN-Fläche auf der Zeulenreuther Höhe – insgesamt 38 Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren – um bei herrlichstem Sommerwetter an der Erhaltung unserer heimischen Kulturlandschaft mitzuwirken.


Dabei standen die unterschiedlichsten Aufgaben an, die nach Aufteilung in einzelnen Gruppen zu bewältigen waren.
Während die etwas älteren Jungs Heureitern („Heumanderln“) zum Grastrocknen bauten und anschließend noch ihrer Kräfte beim Erneuern abgebrochener Baumpfähle benötigten, waren andere mit dem Ausbessern der riesigen Insektenwand beschäftigt. Dieses „Insektenhotel“ bietet vielen nützlichen Insekten wie Florfliegen, Schwebefliegen oder Marienkäfer ein Zuhause, um dort ihre Brut großzuziehen. Dann bekämpfen sie nicht nur schädliche Insekten wie z.B. die Blattlaus, sondern bestäuben zum Teil auch Obstbäume und andere Nutzpflanzen. Für den Bau der einzelnen "Zimmer" wurden verschiedene Materialien verwendet: Stroh, Schilfrohre, Tonziegel sowie morsche Hölzer und Baumstammstücke. In den dicken Abschnitten der Baumstämme wurden mit Akkubohrmaschinen viele mehrere cm tiefe Löcher gebohrt – was sichtlich viel Spaß machte -, das Schilfrohr banden die Kinder mit Klebeband zu einzelnen Bündeln zusammen, um dann alles in den „Etagen“ des Insektenhotels zu verteilen.
Eine größere Gruppe wiederum sammelte auf dem Felde eines benachbarten Landwirtes Steine, um sie dann mit Traktor und Anhänger zur Streuobstwiese zu bringen und den bereits vorhandenen Lesesteinhaufen zu erweitern. Dieser bietet Unterschlupf und Versteck für kleinere Tierarten wie z.B. Zauneidechse, Knoblauchkröte und verschiedenen Laufkäferarten sowie Spinnen.

Am meisten Spaß dürfte aber die Verschönerung der „Streuobstwächter“ gemacht haben, wobei der künstlerischen Gestaltung mit Pinsel und Farbe freien Lauf gelassen wurde. Diese Urgestalten bewachen die Streuobstwiese und bekamen mit bunten Farben ein neues Gesicht.


Am Ende der 3 Stunden „harter Arbeit“ stand dann die wohlverdiente Brotzeit, zu der sich alle im Schatten der Vogelschutzhecke versammelten und die vom BN bereitgestellten Wurstsemmel und Getränke genossen.

Was für ein wunderschöner Samstagvormittag!

Erich Porsch








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