Fichtelgebirgsautobahn

Fichtelgebirgsautobahn ( B303 neu)

Die Kreisgruppe unterstützte von Anfang an den Landesverband und die Kreisgruppen Hof und Wunsiedel in ihrem Kampf gegen die geplante Autobahn, zur Tarnung auch B 303 neu genannt. Sie arbeitete dabei auch zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz und mit der „Bürgerinitiative gegen die Fichtelgebirgsautobahn, keine B 303 neu durch das Fichtelgebirge“ und seit ihrer Gründung am 6.6.2007 mit der „Bürgerinitiative gegen die Fichtelgebirgsautobahn, Gefrees und Umgebung“. Sie nahm an den Großkundgebungen teil, die am 1. Mai auf dem Waldstein von 2001 bis 2009 stattfanden. Es sprach dort achtmal der BN-Vorsitzende Professor Dr. Hubert Weiger, 2008 vertreten durch Richard Mergner, sowie jeweils ein Vertreter des Landesbundes für Vogelschutz und der Bürgerinitiative am Waldstein und Bürgermeister. Wir beteiligten uns an Demonstrationen und Kundgebungen am 13.10.2002 in Weißenstadt, am 24.10.2006 in Weidenberg, am 27.4.2007 in Bischofsgrün, am 1.6.2007 in Schweinsbach, am 28.10.2007 bei Gottmannsberg, am 8.12.2007 in Weißenstadt, am 12.10.2008 in Hohenknoden und am 30.8.2009 bei der Burgruine Stein.

Immer wenn eine Trasse im Gespräch war, bildete sich in der bedrohten Gegend eine Bürgerinitiative, 2001 am Waldstein, 2006/7 im Süden, danach entlang der B 303 und seit dem 6.6.2007 in Gefrees, wobei letztere in ihrer Argumentation voll mit dem Bund Naturschutz übereinstimmt. Zu einem Zusammenschluss der Bürgerinitiativen kam es nie; es bildete sich auch nie bei der Bevölkerung ein Bewusstsein, dass der Naturpark Fichtelgebirge insgesamt von Transitverkehr freizuhalten ist.

Am 30.1.2009 erklärte Innenminister Joachim Herrmann bei einer Pressekonferenz in Bayreuth: „Nach alledem halte ich es für sinnvoller, den im „Weiteren Bedarf“ des Bedarfsplanes enthaltenen zweibahnigen Bau der B 303 neu zwischen A 93 und A 9 in dieser Form aktuell nicht mehr weiterzuverfolgen. Stattdessen sollte die bestehende B 303 schnellstmöglich nach lokalem Bedarf abschnittsweise leistungsgerecht, aber mit einem gegenüber dem Bedarfsplan reduzierten Querschnitt, anwohnerfreundlich und umweltgerecht ertüchtigt werden. Auch wenn dies nicht überall einfach sein wird, müssen im Bereich der Orte Lösungen gefunden werden, die die Anwohner entlasten – sei es zum Beispiel durch Ortsumgehungen, Abschirmungen oder vielleicht sogar Tunnelstrecken.“ (Nordbayer. Kurier S 12). „Damit die Straßenbauverwaltung eine solche abschnittsweise, abgespeckte Ertüchtigung der B 303 mit einer Verbesserung für die betroffenen Orte planen kann, ist möglichst zügig die Aufnehme dieser Projekte in den „Vordringlichen Bedarf“ des Bedarfsplanes erforderlich“ S. 13). Bei einem täglichen Verkehr von weniger als 6000 Kraftwagen ist dies freilich reine Utopie. Ende Juli 2009 (Nordbayer. Kurier vom 25./26. 7.) hat Herrmann seine Aussagen noch einem bekräftigt.
Für die Kreisgruppe Bayreuth ist damit ihr Ziel noch keineswegs erreicht.
Helmut Korn, 1. Vorsitzender, Juli 2009

Mit großer Genugtuung haben wir erfahren, dass der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages im April 2012 eine Petition gegen die Fichtelgebirgsautobahn unterstützt hat, die die Bürgerinitiative gegen die Fichtelgebirgsautobahn eingebracht hatte.

Dabei folgte der Ausschuss der Argumentation, dass sämtliche angedachte Tressenvarianten umweltfachlich und wirtschaftlich problematisch seien und auch dass sich der Verkehr auf der B 303 inzwischen deutlich veringert habe. So wurden 2010 bei Schirding nur noch 5200 KFZ gezählt.
Peter Ille, April 2012

Völlig unerwartet wurde Mitte November 2012 die so genannte Fichtelgebirgsautobahn oder auch B 303 neu wieder in die Vorschlagsliste de Freistaats Bayern für den neuen Bundes-Verkehrswegeplan aufgenommen, die wir auch unter der Bezeichnung Z-Variante kennen. Dies ist der Neubau-Abschnitt zwischen der A 9 bei Gefrees bzw. Marktschorgast und Bischofsgrün.

Für uns ist dies, wie bereits unzählige Male dargelegt, völlig inakzeptabel.
Hier einige kurz gefasste Hauptargumente für die Ablehnung des Projekts:
- Die B303 ist auf 20.000 Fahrzeuge ausgelegt, das tatsächliche Verkehrsaufkommen bei Bischofsgrün liegt bei 5.500 Fahrzeugen täglich, Tendenz unverändert, (siehe BAYSIS – Bayerisches Straßeninformationssystem)
- Die B303 wurde in den vergangenen Jahres an vielen Stellen ausgebaut
- Ein weiterer Ausbau der B303 wird Verkehr anziehen, nicht vermeiden; mit allen nachteiligen Umweltfolgen für das Fichtelgebirge
- Ganz entschieden erhebe ich meinen Einwand gegen jede zusätzliche Zerschneidung der Landschaft
- Der Aus- oder Neubau der B303 ist volkswirtschaftlich nicht sinnvoll und belastet sinnlos den Staatshaushalt. Wir hinterlassen Zinsen und Unterhaltsverpflichtungen für unsere Nachfahren.

Bei Bischofsgrün fuhren zwischen Oktober 2010 und September 2011 in 24 Stunden im Durchschnitt 5323 Kraftfahrzeuge, das ist ein Minus von 33% seit 1993. Auch der Schwerlastverkehr hat seit 2005 um 28% abgenommen. Prognostiziert waren für eine Fichtelgebirgsautobahn zwischen 16.900 und 19.600 Kraftfahrzeuge pro Tag!
Zum Vergleich: 2007 fuhren auf Bundesstraßen im Durchschnitt täglich 9130 Kfz, auf Autobahnen 48.100. Die jetzige B 303 ist bereits für 20.000 Kfz pro Tag ausgelegt.
Durch eine B 303 neu oder eine geplante Variante würden wertvolle Naturräume, auch FFH-Gebiete, im Naturpark Fichtelgebirge und das Landschaftsbild in großen Teilen des Fichtelgebirges stark geschädigt.
Der Neubau oder Ausbau einer Straße im Fichtelgebirge wäre wegen des Geländes extrem teuer. Es ist sinnvoller, vorhandenes Geld für den Erhalt bestehender Straßen und Brücken zu verwenden.

Stand Ende 2016

Laut des neuen Bundesverkehrswegeplans (Ende 2016 in Kraft getreten) - wird endlich nach langem Kampf des BN das Bauvorhaben der Fichtelgebirgsautobahn nicht mehr ausdrücklich erwähnt! Die Natur  im Hohen Fichtelgebirge darf aufatmen. Allerdings sind für die 2,5 km lange Umfahrung von Schrinding von Verkehrsminister Dobrindt Mittel freigegeben worden. Gegen dieses Projekt kämpfen wir weiter.

J. Lüers 15.08.2017

Bund Naturschutz, Kreisgruppe Bayreuth, Alexanderstraße 9 in 95444 Bayreuth, Telefon: 0921/27230,Fax: 0921/851497, E-Mail: bayreuth@bund-naturschutz.de