Spaß und Infos auf der Landesgartenschau 2016

BUND Naturschutz Infostand auf der LGS Bayreuth
BUND Naturschutz Infostand mit Insektenhotel
Würfeltafel "Kleinlebewesen im Roten Main"
Insektenhotel

Im Jahr 2016 fand die Bayerische Landesgartenschau in Bayreuth im Tal des Roten Mains zwischen der Innenstadt und  der Parkanlage der Eremitage statt. Und WIR waren mit dabei. Dank der frühzeitigen Planung unseres Kernteams und insbesondere durch den Einsatz von Geschäftsführer Peter Ille, konnten wir ausgestattet mit einem Informationsstand, einem wunderschönen Insektenhotel, einem buntbemalten Bauwagen und ausreichend Sitzmöglichkeiten an einer der meistbenutzten Wegkreuzungen der LGS ein umfangreiches Programm anbieten. Dieses lud unzählige Besucher zu Gesprächen mit den fast 100 ehrenamtlichen Standbetreuern ein. Mindestens 5000 Einzelgespräche und Diskussionen über den Umwelt- und Naturschutz konnten geführt werden. Unter den Besuchern war neben unserem Landrat Hermann Hübner auch Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth bei uns und ließ sich die Bioindikatoren des Roten Mains vorstellen.

In Kooperation mit der Universität Bayreuth und dem Fischereiverband erstellten wir den Auenlehrpfad, der auf 17 Informationstafeln Einblicke in verschiedenste Aspekte des Lebensraums Aue bot. Unser Beitrag waren eine interaktive Würfeltafel über die Kleinlebewesen im Roten Main sowie eine bunte Informationstafel über den Mikrokosmos Totholz. Diese Tafel sicherte das Verbleiben von einer Reihe abgestorbener Erlen, die die Landesgartenschau GmbH hatte fällen wollen.

Freitags, am Wochenende und an Feiertagen fanden unter Leitung von Dr. Bärbel Heindl-Tenhunen und Gesa Thomas etwa 140 öffentliche Führungen am Lauf des Roten Mains in der Wilhelminenaue oder rund um unseren Stand statt. Etwa 800 Personen, davon auch 200 Kinder und Jugendliche, ließen sich anderthalb Stunden von den Zusammenhängen zwischen Flussrenaturierung, Wasserqualität, Boden, Auenklima und der belebten Umwelt vom Blutweiderich über den Eisvogel bis zum Biber faszinieren. Wer für die lange Führung keine Zeit mitgebracht hatte, ließ sich am Stand die Kleinlebewesen des Flusses und ihre Bedeutung erklären, womit wir nochmals mindestens 800 Erwachsene und 500 Kinder und Jugendliche erreichten. Hinzu kamen angemeldete Führungen, unter anderem vom Landesverband, wobei wir dreimal unseren Bundes- und Landesvorsitzenden Hubert Weiger bei uns begrüßen durften.

Und zum ersten Mal wurde die Rotmain-Safari im und am Flußbett des Mains durchgeführt.

Der Verlauf des roten Mains wurde für die Landesgartenschau nach Plänen von 1798 zurückgebaut und darf in diesem Bereich wieder mäandrieren. Die Baumaßnahmen übernahm das Wasserwirtschaftsamt Hof. Eine neue Brücke, die an das LGS-Gelände des BUND Naturschutzes angrenzte, machte beide Uferseiten gut zugänglich. Auf Ersuchen des BUND Naturschutzes blieb eine Gruppe Schwarzerlen als wervolles Totholz erhalten. Trockenes, stehendes Totholz bietet einer Vielzahl von Insekten Unterschlupf, die in einem nassemn, liegenden Totholz nicht nisten können. Sie wiederum sind Nahrung für Vögel, Kleinsäuger oder Nagetiere oder bieten Möglichkeiten für Schlupfwespen sich zu vermehren.

Das Wasserwirtschaftsamt Hof hat uns einen Fluss-Abschnitt sehr schön für unsere Rotmain-Safari umgestaltet. Safari? Aber natürlich!
Zwar gibt es keine Gnus und Zebras im Roten Main, dafür aber jede Menge von Kleinlebewesen wie Köcherfliegen-Larve, Bachflohkrebs und Eintagsfliegenlarve. Diese Tierchen (der Makrozoobenthos) gaben 92 Schulklassen mit 1928 Schülern Aufschluss über die Wasserqualität und die Bedeutung der Renaturierung für den Lebensraum Aue. Safari bedeutet auf Swahili Reise, und in offenen Führungen am Wochenende reisten mehr als 2000 Personen mit uns am Roten Main entlang über das Gelände der Landesgartenschau, um einen Einblick in die komplexen Zusammenhänge zwischen Wasser, Boden, Vegetation, Tierwelt und Grund- und Trinkwasser im Lebensraum Aue zu bekommen.

Informationen über die Tätigkeit des BN und Umweltfragen gab es an unserem Informationsstand, der jeweils Freitagnachmittag, samstags, sonntags sowie an Feiertagen besetz war. Wir danken allen fleißigen Ehrenamtlichen, die die 270 Standschichten meisterten! Am 29.11.2016 trafen wir uns nochmals zum gemütlichen Beisammensein. Naturschutzreferent des Landesverbandes Dr. Kai Frobel sprach allen Mitwirkenden Dank aus und hob noch einmal die Bedeutung der über 5000 Einzelgespräche für die öffentliche Anerkennung des BN hervor.

Vielen Dank auch an die Ortsgruppe Speichersdorf, die am 30.4.2016 und 1.5.2016 interessierten Kindern und Erwachsenen beibrachte, auf einfache Weise Insektenhotels zu bauen. Für die vielen begeisterten Besucher, die die Ausstellungswand neben unserem Informationsstand studieren, gibt es hier eine detaillerte Anleitung zum Bau zu Hause. Auch für den Nistkastenbau Ende September mit Kindern vielen Dank!

Vielen Dank an die Ortsgruppe Creußen für die Holzautorennbahn.

Teile des Gebietes der Landesgartenschau von 2016 in Bayreuth sind seit April 2017 als Wilhelminenaue für die Bürgerinnen und Bürger wieder frei zugänglich. Der Neue Park bietet Erholung und Naturerleben für Jung und Alt und neuen Lebensraum für z.T. seltene Pflanzen und Tiere.

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich gerne an unsere Bayreuther Geschäftsstelle unter Telefon: 0921-27230 oder Bayreuth@Bund-Naturschutz.de.

Johannes Lüers 16.08.2017; Peter Ille und Gesa Thomas 15.11.2016