Schmetterling & Libelle des Jahres 2018

Der "Große Fuchs" ist Schmetterling des Jahres 2018. Und mit nur 26 mm Körperlänge ist die "Zwerglibelle" die kleinste unter den heimischen Libellen. Beide Insektenarten brauchen unseren besonderen Schutz.

"Nymphalis polychloros" - Bild: R. Manderbach / www.deutschlands-natur.de

"Nehalennia speciosa" - Bild: Michael Post / GdO

04.12.2017

 

www.bund.net - Pressemitteilungen

Der "Große Fuchs" ist Schmetterling des Jahres 2018

Berlin/Düsseldorf: Die Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes und BUND haben den "Großen Fuchs" (Nymphalis polychloros) zum Schmetterling des Jahres 2018 gekürt. "Mit der Auszeichnung möchten wir auf die schlechte Überlebensprognose der Schmetterlingsart aufmerksam machen", sagte Jochen Behrmann von der BUND NRW Naturschutzstiftung.

In Deutschland steht der "Große Fuchs" auf der Vorwarnliste der bedrohten Tiere. Seine langfristige Bestandsentwicklung schätzt das Bundesamt für Naturschutz als "sehr stark rückläufig" ein. Der Große Fuchs kommt nicht häufig vor, ist aber weit verbreitet. Er lebt in trockenwarmen halboffenen Landschaften und an sonnigen Waldrändern, aber auch in naturnahen Gärten und auf Streuobstwiesen in weiten Teilen Europas und Asiens.

Während die meisten der 180 in Deutschland lebenden Tagschmetterlingsarten die kalte Jahreszeit als Raupen verbringen, überwintert der Große Fuchs als ausgewachsener Falter. Daher braucht er schon im zeitigen Frühjahr Nahrung. Die erste Futterquelle sind blühende Weidenkätzchen. "Leider entfernen Förster Salweiden häufig, da ihr Holz nur wenig Geld einbringt. Das ist ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Bestände des Großen Fuchses", sagte Behrmann. "Um dem Großen Fuchs zu helfen, sollten Weichholzarten wie die Salweide nicht mehr unbedacht abgeholzt werden", so der Naturschutzexperte. Eine weitere Ursache für den Bestandsrückgang des Falters ist der Verlust seines Lebensraumes durch die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft und des Flächenverbrauchs für Siedlungsbau und Verkehr.

Der Große Fuchs ist eine der wenigen Schmetterlingsarten, die sich nicht nur von Nektar ernähren, sondern auch von Baumsäften, Exkrementen und Aas. Mit 50 bis 55 Millimetern Flügelspannweite gehört der Falter zu den großen Schmetterlingen. Im Frühjahr sonnen sich die Schmetterlinge mit aufgefalteten Flügeln an Baumstämmen und lassen sich dann gut beobachten. Die Flügeloberseiten sind orange und tragen schwarze und gelblichweiße Flecken sowie eine schwarze Binde mit bläulichen Flecken am Hinterflügelrand. Der Große Fuchs sieht dem viel öfter vorkommenden "Kleinen Fuchs" zwar sehr ähnlich, sie sind aber nicht näher verwandt.

Die Weibchen legen im April und Mai ihre Eier rund um dünne Zweige in den Kronen von Salweiden, Pappeln oder Obstbäumen ab, den Futterpflanzen der Raupen. Diese leben zunächst gesellig in einem Netz aus Spinnfäden und verpuppen sich im Frühsommer. Sie sind dann etwa 45 Millimeter lang, schwarzgrau und tragen mehrere Reihen orange gefärbter, verästelter Dornen. Zwei bis drei Wochen später schlüpfen die Schmetterlinge. Sie ziehen sich aber schon früh in ihre Überwinterungsquartiere zurück, so dass der Große Fuchs im Herbst nur selten zu beobachten ist.

Der BUND und die BUND NRW Naturschutzstiftung küren seit 2003 den Schmetterling des Jahres, um auf die Bedeutung und die Bedrohung der Arten aufmerksam zu machen. Nur ein Drittel der Tag- und die Hälfte der Nachtfalterarten in Deutschland sind noch ungefährdet.

Die Zwerglibelle ist Libelle des Jahres 2018

Berlin/Essen: Der BUND und die Gesellschaft der deutschsprachigen Odonatologen (GdO) haben die Zwerglibelle (Nehalennia speciosa) zur "Libelle des Jahres 2018" gekürt. Der Umweltverband und die Libellenkundler geben damit zum siebten Mal in Folge die "Libelle des Jahres"  bekannt, um auf die Vielfalt der Arten und ihre Bedrohung aufmerksam zu machen. Von den 80 heimischen Libellenarten stehen neben der Zwerglibelle 48 Arten auf der Roten Liste gefährdeter Insekten.

Mit nur 26 mm Körperlänge ist die Zwerglibelle die kleinste unter den heimischen Libellen. "Die Zwerglibelle braucht unseren Schutz. Sie steht stellvertretend für eine Gruppe von Libellenarten, die extrem selten und an spezielle Lebensräume in Mooren gebunden sind", sagte Silvia Bender, Expertin für Biodiversität beim BUND. Als Art, die in der europäischen Fauna-Flora-Habitatrichtinie aufgelistet ist, steht die Libelle des Jahres 2018 unter einem besonderen rechtlichen Schutz. Die EU-Mitgliedstaaten müssen Schutzgebiete für sie ausweisen. Dazu sagte Klaus-Jürgen Conze, Libellenkundler bei der GdO: "Die Zwerglibelle ist in der Öffentlichkeit leider weitgehend unbekannt. Dies hat aber weniger mit ihrer geringen Körpergröße zu tun, sondern liegt an ihren oft sehr begrenzten Lebensräumen, die zudem oftmals in Schutzgebieten liegen und öffentlich nicht zugänglich sind."

Neben der natürlichen Seltenheit verschärft sich die Situation der Zwerglibelle – und ökologisch verwandten Arten – durch eine Gefährdung ihrer Lebensräume. Faktoren wie der Klimawandel und der Eintrag von Schadstoffen in die Umwelt führen zu einem immer weiteren Schrumpfen der Populationen. "Diese Libelle ist an spezielle Pflanzen und Vegetationseinheiten gebunden, die im Falle einer Überdüngung verloren gehen, da sie von nährstoffliebenden Pflanzen verdrängt werden", erklärte die BUND-Artenexpertin Bender.

Obwohl Libellenkundler schon viel über die Lebensweise der Zwerglibelle wissen, gibt ihnen die Art noch immer Rätsel auf. Oft sind ihre Populationen auf sehr kleine Flächen begrenzt, weil die Zwerglibelle an spezielle Lebensräume gebunden ist. Obwohl die Vorkommen insgesamt nur wenige Individuen umfassen, können sie sehr stabil sein und über Jahre Bestand haben. "Es stellt sich uns immer noch die Frage, ob und wie die zierliche Art neue Standorte besiedelt", erklärte der Libellenkundler Conze. "Auf Grundlage historischen Datenmaterials können wir den Rückgang der Zwerglibelle nachweisen. Gleichzeitig kommt es erfreulicher Weise auch heute immer noch zu Neu- oder Wiederfunden, wie ein Beispiel in Sachsen vor wenigen Jahren zeigt. Es ist für uns alle daher sehr wichtig, dass es breitere Feldforschung von Experten zum nachhaltigen Schutz der Zwerglibelle und weiterer, vergleichbarer Arten gibt."

Der BUND fordert daher von der zukünftigen Bundesregierung, dass das bürgerschaftliche Engagement und die universitären Angebote für mehr Natur‐ und Artenkenntnis im Rahmen einer bundesweiten Initiative gestärkt und ein nationales Zentrum für Artenschutz und Monitoring eingerichtet werden.

BUND Werber/innen und BN-Geschäftsführer Peter Ille (Mitte)

Neue Werbeaktion für den BUND Naturschutz Bayreuth vom 09.10. bis 14.10.2017

In der Zeit zwischen dem 09. Oktober und 14. Oktober 2017 waren wieder junge Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für den BUND Naturschutz in der Stadt Bayreuth unterwegs die Bürgerinnen und Bürger über unsere Natur- und Umweltschutzarbeit zu informieren und neue Mitglieder zu werben.

Von Mo bis Mi sind die jungen BUND Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Stadt unterwegs und zw. Do und Sa am Infostand des BUNDs am Marktplatz Höhe Altes Schloß anzustreffen.

Gerne geben wir Ihnen über unsere Geschäftsstelle weitere Informationen zu dieser Aktion unter

Tel.: 0921/27230 oder unter bayreuth@bund-naturschutz.de.

 

Werbeaktion für den BUND Naturschutz Bayreuth - 232 neue Mitglieder

In der Zeit zwischen dem 24. Juli und 19. August 2017 waren wieder junge Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für den BUND Naturschutz in Stadt und Landkreis Bayreuth unterwegs die Bürgerinnen und Bürger über unsere Natur- und Umweltschutzarbeit zu informieren und neue Mitglieder zu werben.  In den rund vier Wochen konnten 232 neue Mitglieder für die Kreisgruppe Bayreuth gewonnen werden.
Herzlichen Dank an die jungen Helferinnen und Helfer, an alle die uns dabei unterstützten und an die Bügerinnen und Bürger für ihr Interesse und ihre neue Mitgliedschaft beim BUND Naturschutz e.V.

Zwischen 5 bis 10 junge Leute haben sich auch diesen Sommer wieder aufgemacht, um in Stadt und Landkreis Bayreuth interessierte Bürgerinnen und Bürger über unseren jahrzehnte langen Einsatz für Natur und Umwelt zu informieren und für neue Mitglieder zu werben. Ausstaffiert mit dem neuen BUND Naturschutz T-Shirt (siehe ob. Bild: die ersten fünf Werber und Geschäftsführer der Kreisgruppe Bayreuth Peter Ille 2. v. R.), mit ensprechenden Ausweis und mit zahlreichen Infomaterial bepackt waren die jungen Leute für rund 4 Wochen in Einsatz. Sie haben über laufende lokale Aktionen wie die auch in 2017 fortgesetzte Rotmain-Safarie für Schulklassen oder über die erfolgreiche Pflege unserer rund 60 Hektar Biotpflächen berichtet als auch überregionale Themen angesproechen, wie der Einsatz von Pestiziden (aktuell z.B. Glyphosat) nicht nur in der Landwirtschaft sondern auch im Forst oder Hausgärten oder gentechnikfreie Lebensmittel, das Grüne Band (der fast 1400 km lange Geländestreifen entlang der ehemaligen Innerdeutschen Grenze) und vieles mehr.

Wie begrüßen die neuen Mitglieder ganz herzlich bei der Kreisgruppe des BUND Naturschutzes e.V.
Gerne geben wir Ihnen über unsere Geschäftsstelle weitere Informationen zu dieser Aktion unter

Tel.: 0921/27230 oder unter bayreuth@bund-naturschutz.de.